Evangelische Kirchengemeinde Mühlhausen – Tairnbach

Besinnung und kleiner Gottesdienst zum Sonntag Exaudi

23. Mai 2020

Der Sonntag Exaudi verdankt seinem Namen Psalm 27, Vers 7: „Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe (= lat. exaudi)“, bittet der Psalmbeter im Wochenpsalm. Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten streckt sich die christliche Gemeinde im Gebet nach dem Heiligen Geist aus. Und Jesus verspricht im Evangelium des Sonntags dessen Kommen. Er erklärt den Jüngern, dass nun die Zeit gekommen ist für den „Geist der Wahrheit“. Sein Werk auf Erden ist jetzt getan. Er geht, damit der Tröster kommen kann. „Wenn ich gehe, werde ich ihn zu euch senden.“ (Johannesevangelium 16,7)

Jesus muss Abschied nehmen. Jeder Abschied fällt schwer. Aber der Herr wird weiter zu uns sprechen. Darum bitten wir, wenn wir mit dem alten Kirchenlied von Philipp Spitta singen: „O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.“ (EG 136) Um den heiligen Geist, Tröster und Beistand. Heute und morgen und darüber hinaus.

Unter diesem Link finden Sie einen kleinen Gottesdienst für Exaudi.

Einen gesegneten Sonntag, Ihr Pfarrer Klemens Dittberner

Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt online!

20. Mai 2020

Ab 10 Uhr am morgigen Feiertag (21.5.2020) ist unser diesjähriger Regio-Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt, der federführend bei der Ev. Kirchengemeinde Angelbachtal lag, online verfügbar. Denn wir drei Kollegen aus Angelbachtal, Eschelbach/Waldangelloch und Mühlhausen-Tairnbach haben am vergangenen Samstag am Tairnbacher Galgen erstmals einen Online-Gottesdienst zusammen gedreht. Viel Freude beim Ansehen und einen gesegneten Feiertag! Ihr Pfarrer Klemens Dittberner

Kurze Besinnung und kleiner Gottesdienst zum Sonntag Rogate

17. Mai 2020

Der heutige Sonntag, 17. Mai 2020 wird Rogate genannt. „Rogate“ heißt: Betet! Wir als Gemeinde Jesus Christi sind aufgefordert zu beten.

Beten ist keine Technik, die ich irgendwie auf eine Maschine übertragen kann wie zum Beispiel das Schuheputzen an einen Automaten. Ich kann mein Gebet nicht, wie so vieles heute, programmieren und aus dem eigenen Tun auslagern. Beten ist vielmehr eine Haltung, die ich innerlich und äußerlich einnehme. Ich stelle mein Leben in den Horizont des Wirkens Gottes, ohne eine vorgefertigte Antwort erwarten zu können. Darüber kann sich mein Gebet verändern: von einer Bitte zu einer Klage zum Dank. „Vater Unser im Himmel…“ beten Christen in aller Welt und legen damit Gott vor, was mit der (Programmier-)Sprache dieser Welt – etwa in Form einer Corona-App – nicht geleistet werden kann: die Gestimmtheit eines Ganzen, in dem nichts und niemand verloren geht. „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Einen gesegneten Sonntag, Ihr Pfarrer Klemens Dittberner

Hier finden Sie den kleinen Gottesdienst, den wir am Morgen in der Kirche gefeiert haben, zum Nachlesen und Feiern zu Hause.

Erster Gottesdienst nach der Corona-Pause

10. Mai 2020

Kleiner Gottesdienst Kantate 2020

Heute morgen konnten wir erstmals nach den 7 Sonntagen Unterbrechung wieder gemeinsam einen kleinen Gottesdienst in unserer Kirche feiern. Wir waren ungefähr 20 Personen. Es war schön, dass wir uns wiedersehen konnten – etwas Platz für einige mehr wäre auch noch gewesen. Zwar war es schwer, nur Vater Unser und Glaubensbekenntnis mitsprechen zu können und beim Singen schweigen zu müssen. Aber eine kleine Abordnung aus dem Kirchenchor sorgte dennoch für eine ansprechende musikalische Gestaltung. So wollen wir es nun auch an den nächsten Sonntagen vor Pfingsten halten. Wer möchte kann sich den Gottesdienst von heute hier downloaden.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“

8. Mai 2020

Mit diesem Wochenspruch aus Psalm 98, Vers 1 gehen wir in die kommende Woche und in das erste Wochenende, an dem in Deutschland in den Kirchen wieder Gottesdienste stattfinden können. Nicht allerorten wird bereits an diesem Sonntag, den 10. Mai wieder ein Gottesdienst sein. Es gilt, Schutzmaßnahmen zu treffen, um verantwortlich mit den Lockerungen im Rahmen der Abwehr der Corona-Pandemie umzugehen. Das heißt vorerst nach den Maßgaben, die die Evangelischen Kirchen in Baden und Württemberg mit dem Land vereinbart haben: Gottesdienste ja, aber bis zum 1. Juli kein gemeinsames Singen in der Kirche und vorerst auch bis Erntedank keine Feier des Abendmahls. Auch die Zahl der zugelassenen Teilnehmer an Beerdigungen auf dem Friedhof wird auf 50 Personen erhöht. Das alles aber mit dem gebotenen Sicherheitsabstand. Und damit beginnen wir am Sonntag, der den lateinischen Namen Kantate trägt?!

Der Name Kantate ist wiederum vom bereits zitierten Psalmvers und Wochenspruch aus der Liturgie des 4. Sonntags nach Ostern abgeleitet: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Wie soll das jetzt gehen? Und: Ist das angemessen, dass wir in den nächsten Wochen in den Gottesdiensten nicht miteinander singen können, sollen, dürfen? Das haben sich sicherlich schon viele von Ihnen gefragt – und ich auch. Wohlgemerkt: Wir müssen in der Kirche nicht auf Musik verzichten, nicht darauf, dass wir gemeinsam Gesang lauschen, sogar zusammen summen wäre möglich, aber zusammen singen, das geht nicht. Einerseits kann ich das nachvollziehen, andererseits empfinde ich das als ganz schön starr.

Diese Vorgabe ist für mich aber kein Grund, keinen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern und nicht wenigstens ein Lied auf die Lippen gelegt zu bekommen, dass ich dann zuhause singen, pfeifen oder summen kann. Jetzt, wo es endlich wieder in unserer Kirche möglich ist. Im Brief an die Kolosser heißt es für diesen Sonntag im dritten Kapitel: „Zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld: und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern: wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.“

Ich bin dankbar, dass wir an diesem Punkt wieder angelangt sind, gemeinsam in unserer Kirche Gottesdienst feiern zu können. Ich bin geduldig, dass es auf absehbare Zeit, wahrscheinlich überhaupt nicht mehr, diesen einen Schalter gibt, den wir umlegen können und dann ist alles wieder wie vor Corona. Das wird beispielsweise spannend mit den Hochzeiten in diesem Sommer: Sagt man sie ab? Lassen sie sich im kommenden Jahr dann so feiern wie für dieses Jahr schon geplant?

Ich schätze mich glücklich, in diesen Wochen bei guter Gesundheit geblieben zu sein, eine gute Familie, einen sicheren Job, einen schönen Garten und jetzt auch wieder Gottesdienste in der Kirche zu haben. Für und mit denen zu beten, bei denen dies anders war oder sein wird – und wer von uns weiß schon, ob er nicht auch einmal dazugehört – ist das Erste, was wir sonntags wieder gemeinsam tun können. Und auf lange Sicht, da bin ich mir sicher, wird der Gesang in unserer Kirche gewiss nicht zu kurz kommen.

Eine gesegnete Woche, Ihr Pfarrer Klemens Dittberner